Zwerg Zebus - die Rasse

 

Pferdeweiden mit Rindern nachzuweiden ist bekanntermassen neben dem täglichen "Abäppeln" die beste Ergänzung zur Weidepflege. Aber ich wollte etwas Besonderes...

Von einer Einstellerin hatte ich von "Zwerg Zebus" gehört, die sehr genügsam sind und das ganze Jahr über draussen leben können.

Die Zwergzebus gehören zu den sogenannten Buckelrindern, die sich vom äußeren Erscheinungsbild her, stark von den übrigen in Europa gehaltenen Rinderrassen unterscheiden. Diese Tiere stammten überwiegend aus Sri Lanka, dem früheren Ceylon, und aus dem südlichen Kaukasus. Das Wort Zebu wird vom tibetanischenWort „zeu“ bzw. „zeba“ abgeleitet, welches soviel wie „Buckel heißt.

Die Zebus, die ursprünglich nur in Asien vorkamen und dort domestiziert wurden, gelangten schließlich nach Amerika, Afrika, Australien und allerdings nur in unbedeutender Zahl auch nach Europa. Ende der 70er Jahre wurden in Baden-Württemberg Zwergzebus in größerem Umfang auch außerhalb von Zoos in kleineren Herden gehalten, insbesondere in Hohenlohe. Auf Antrag eines dieser Pioniere landwirtschaftlicher Zwergzebuhaltung wurde 1992 in Baden-Württemberg das erste Herdbuch für Zwergzebus in Deutschland eingerichtet.

Von genau diesem "Pionier" stammen die Muttertiere unserer Zwerg Zebu Zucht.

2009 fuhr ich also los, um mir zwei von ca. 250 Zebu Rindern auf dem Birkenhof in Dörzbach auszusuchen. Zurück kam ich mit 4 Färsen, davon waren 2 tragend... So stiegen "Yvi", "Kiki", "Honey" und "Happy" abends aus dem Pferdeanhänger (bei 9 Stunden Autofahrt hat man viel Zeit für die "Namensfindung"). 2010 wurden "Mr. Happy" und "Mr. Sunshine" geboren, es kam der Zuchtbulle "Ignaz von der Lucke" dazu, der uns 2011 "Honey's Sunshine" und 2012 "Kookie and Cream" und "Ihlobo" bescherte, bevor er sein Amt wieder aufgab.

Auffälligstes äußeres Merkmal, welches Zeburinder von den übrigen Rinderrassen unterscheidet, ist deren Buckel. Dieser besteht aus marmoriertem Muskelfleisch und ist eine Delikatesse. Neben dem  Buckel, welcher bei männlichen Tieren wesentlich stärker ausgeprägt ist als bei weiblichen Tieren, gehören eine starke Wamme, ein abgezogenes und stark abgedachtes Becken, feine Extremitäten und eine schmale Stirn, die dem Kopf die typische längliche Form verleiht zum die äusseren Erscheinungsbild. Zwergzebus sind bekannt für ihre Leichtkalbigkeit ohne menschliche Hilfe und zeichnen sich für ihre gute Mutterkuheigenschaft aus.

Da die Zebus in Asien kaum züchterisch bearbeitet wurden, ist die Zuordnung zu einem bestimmten Schlag oder zu einer bestimmten Region sehr schwierig.

Deshalb finden wir bei unseren Zebus vielfältige Farben, Formen und Hornstellungen sowie recht unterschiedliche Widerristhöhen und Gewichte bei ausgewachsenen Tieren.

Zwergzebus werden vermehrt in der Landschaftspflege, z.B. stark verbuschten Flächen, in Steilhängen bis hin in Feuchtgebieten eingesetzt. Außerdem pflegen Zwergzebus grundsätzlich die Weiden, da die Verletzung der Grasnarbe durch Trittschäden auf ein Minimum begrenzt sind. Sie fressen, falls nichts anderes mehr steht, überständiges Gras, Disteln und selbst Schwarzdorn.

Der Flächenbedarf beträgt etwa 0,3-0,5 ha pro Mutterkuh.